Früher bis heute

1536 sollen zu einem in Zwickau abgehaltenen Schießen auch einige Schützen von hier mit ausgezogen sein. Sie erhielten für den besten Schuss, den Georg Schmidt tat, einige Gulden Geld und ein gebratenes Huhn, eine Semmel und ein Glas Wein.

1573 besuchte eine Abordnung der Schmöllner Schützen das große Armbrustschießen in Zwickau, dem Kurfürst August von Sachsen nebst seinem Sohne Christian beiwohnte. Es waren dazu 20 Personen höchsten Ranges, im ganzen 187 Schützen aus 59 Städten, anwesend, die 1.200 Bolzen verschossen. Der beste Schuss gewann 100 Gulden, der schlechteste ein Quärglein, ein Stück Brot und ein Glas Bier. Neben dem Armbrustschießen gab es dort allerhand Belustigungen zur Kurzweil, so Hahnsteigen, Wettlaufen, Glückstopfgreifen und Ballspiele.

1611 hielten die Schmöllner Schützen ein Büchsenschießen ab, zu dem die Schützen der umliegenden Städte eingeladen waren.

1614 lagen die ersten urkundlichen Beweise über das Vorhandensein von Schützen in Schmölln vor. Aus einem Einladungsschreiben des Rates zu Glauchau an die hiesigen Scharfschützen vom 8. August 1614 ersehen wir, dass bei einem früher in Schmölln abgehaltenen Büchsenschießen die teilnehmenden Glauchauer Schützen mit einem Kranz geehrt worden sind. Die Glauchauer wollten das freundschaftliche, nachbarliche Gesellenschießen erneuern und luden die Schmöllner zu einem solchen freien Schützenhof (Schießhof), wie man diese festlichen, heute als Vogelschießen bezeichneten Zusammenkünfte damals nannte, für einen Sonntag im September nach Glauchau ein. Damit es nun die Auswärtigen, „zu dieser ehrlichen Gesellschaft zu kommen, desto mehr verlustigt“, wurde ein Silberbecher, 15 Gulden an Wert, als Hauptgewinn ausgesetzt.

1625 Am 18. Mai teilte die „Gesellschaft der Büchsenschützen“, die Schützenmeister Hans Schade, Christoph Zimmermann, Abraham Ortloff und Merten Gerth, dem Rat in Schmölln mit, dass die Handwerkszünfte, die bemittelt seien, nach erfolgreichen Jahren jetzt keinen Schützen mehr stellen, damit sie gestärkt und vermehret werden, ihnen selbst einen guten Namen machen und ein Gedächtnis stiften.

1626 Im März wurde beschlossen, Schießsonntage einzuführen, diese begannen jährlich Ende August und endeten am 2. Sonntag nach Ostern.

1764 Nach dem 7-jährigen Krieg schrieb der Stadtschultheiß Böttner, der sich verstärkt für die Schützenguilde einsetzte, dass nach dem Friedensschlusse verschiedene Bürger eine große Lust zum Scheibenschießen geäußert hätten und damit das alte Schützenwesen zu renovieren ersuchten. Es hätten sich 20 Personen gefunden, um ein Vogelschießen abzuhalten und einen Probevogel abschießen zu dürfen. Es wurde das erste Scheibenschießen abgehalten.

1765 ist die hiesige Schützenkompanie mit 40 Personen errichtet worden. Jedes Mitglied gab einen Taler zum Bau einer Vogelstange. Stadtschultheiß Böttner arbeitete eine Verfassung der löblichen Schützenkompanie allhier zu Schmölln aus. Er unterschrieb mit „d.  3. Directeur der Compagnie“.

1767 wurde das Schützen-Ladehaus gebaut.

1821 wurde das bürgerliche Schützenkorps von durchlauchigster Landesherrschaft gnädigst priviligiert. Am 16. Juli und am folgenden Tage wurde das Vogelschießen abgehalten.

1816 wurde Herzog August von Sachsen–Gotha–Altenburg um Genehmigung einer im Entwurf vorgelegten Schützenordnung gebeten, da die von Böttner nicht mehr dem Zeitgeist entsprechend sei, zum Teil sich auch als mangelhaft erwies. Man wünschte außerdem, die Schützengesellschaft unter dem Namen „Bürgerliches Schützenkorp“ neu zu organisieren und das Recht, nach jedesmaligen Königsschusses ein Bier frei von landesherrlichen Abgaben brauen zu dürfen. Das Gesuch wurde genehmigt.

1848 bildete sich zu den bisherigen Schützen eine neue Kompanie mit dunkelgrünen Röcken und Krempenhüten mit grünem Federbusch.

1851 Das Schankwirtshaus (später Schützenhaus) wurde erst, während es die Witwe Bräuning besaß, ein ständiger Gasthof  und gab an die Rentnerei nach Altenburg jährlich einen Kanon von 15 Talern, desgleichen an die hiesige Schützengesellschaft für das Recht, während des Vogelschießens nur allein warme Speisen auf dem hiesigen Platze verkaufen zu können, 17 Taler. Der Pächter Friedrich Kreß gab dem Besitzer Karl Heinrich Benndorf jährlich 350 Taler Pacht. Er kaufte es als Heiratsgeschenk von der ehemaligen Witwe Rüger für ihren nunmehrigen Eheherrn Benndorf für 10.000 Taler, es soll aber, als es der Ratskellerwirt Michael Köhler im Jahre 1809 erbaute, 19.000 Taler gekostet haben.

1861 Gründung des deutschen Schützenbundes in Gotha

1866 wurde ein Freihandschützen-Verein gegründet, der einige Jahre später in die Schützengesellschaft eingegliedert wurde.

1870 Die Schützengesellschaft hatte 1870 ihre Kanonen auf dem Pfefferberge neben dem „Bellevue“ aufgestellt und ließ nach einem deutschen Siege jedes Mal einige Freudenschüsse durch Möbs Lob abfeuern. Im Winter waren die Kanonen eines Tages böswillig vernagelt worden. Dieser Untat wurde er mit verdächtigt, was aber auf alle Fälle unbegründet war, weil er doch harmloser Natur war.

1872 wurde der Sterbefiskus auf Beschluss der Mitglieder aufgehoben. Das restliche Vermögen der Mitglieder in Höhe von 600 bis 700 Talern wurde dem Konto der Schützengesellschaft zugetan.

1899 Am 1. Dezember erwarb die Schützengesellschaft für 90.000 Mark das Grundstück einschließlich Inventar.

1902 In der Nacht vom 5. zum 6. Dezember brannte das Schützenhaus ab.

1903/04 baute sich die Schützengesellschaft ein neues Schützenhaus für rund 87.000 Mark.

1916 Wiederum brannte das Schützenhaus. Wieder vermutete man Brandstiftung. Auch diesmal konnte kein Täter ermittelt werden. Die Gesamtversicherungssumme belief sich nach Angabe des Kassierers, Herrn Fabrikant Franke, auf 85.000 Mark auf sämtliche Baulichkeiten. Von da an lag es bis nach Beendigung des unheilvollen Krieges als Brandruine da und bereitete der Schützengesellschaft manch schwere Stunde.

1919 Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Sturz der Monarchie kamen in Deutschland grundlegend neue Formen auf. Dennoch mussten sich die Schützenvereine in organisatorischer, personeller und inhaltlicher Ebene ab 1933 an das herrschende System anpassen. Viele lösten sich aber auf. Auch in Schmölln gab es dann keine 4 Kompanien mehr, die der Schmöllner Schützengesellschaft angehörten. Ländliche Gegenden mit ihrer noch stärker vorhandenen paternalistisch- konservativen politischen Kultur wurden zum Zufluchtsort der Schützenvereine.

1920 bauten die Mitglieder eine Festhalle seitlich des Schützenplatzes. Diese oft im Umbau befindliche Halle entwickelte sich im Laufe der Jahre mit vielen Pächtern, die häufig wechselten, zu einem Cafe. Das spätere „Waldhaus“ stand bis Ende der 90er Jahre.

1930 Streich der Schmöllner Schützengesellschaft „Aman Ullah“.

1950 Nach der Kapitulation Deutschlands verboten die Alliierten die Schützenvereine als uniformierte Waffenträger zunächst ganz. Erst Anfang des Jahres 1950 wurden sie in der alten Bundesrepublik wieder zugelassen. In der DDR blieben sie untersagt. Der Schießsport wurde auch in Schmölln von den staatlichen Sportorganisationen DTSB und GST betrieben. Vereinzelt war es in diesem Rahmen auch möglich, Teile der alten Traditionen, wie z. B. Königsschießen und Schützenfeste, eingeschränkt durchzuführen.

1990 In den neuen Bundesländern erfolgten deshalb Wiedergründungen alter Vereine. Dazu bildeten sich auch zahlreiche neue Schützenvereine, wie die Schützengesellschaft Schmölln. Die lange Zeit der Unterbrechung führte allerdings bis heute zu einer schwächeren Ausprägung in der Organisations- und Mitgliederstruktur als in den meisten alten Bundesländern. Doch auch dort konnte nach dem Zweiten Weltkrieg nicht immer nahtlos an uralte Traditionen angeknüpft werden. Hinzu kam mit dem politisch-gesellschaftlichen Umbruch der 1968er-Bewegung auch die Problematisierung der Schützenvereine.

1992 Nach einigen, heute aber vergessenen Unstimmigkeiten trennte sich die werte Gesellschaft und es wurde die „Neue Schützengesellschaft Schmölln 1992 e.V.“ gegründet. In diesem Zeitraum entwickelten sich die Schützenvereine zunehmend auch zu Sportvereinen. Der Deutsche Schützenbund organisierte sich erfolgreich in den entsprechenden internationalen Dachverbänden und entwickelte sich zur sicheren Medaillenbank bei Olympischen Spielen. Außerdem übernahm er maßgeblich die Ermöglichung und Beaufsichtigung eines geregelten sportlichen Schießbetriebes nach dem Waffengesetz.

2014 Anlässlich des Vorhandenseins der ersten urkundlichen Beweise über die Schützen in Schmölln wurde am 13. September ein Schützenfest, „400 Jahre Schützenwesen Schmölln“, gefeiert. Zugegen waren über 100 Schützen und Freunde des Schießsports zum Preis- und Glücksschießen. Es wurde historisches Bild- und Textmaterial in einer Ausstellung dargeboten. Das Fest wurde mit Salut aus Büchsen, Kanone und Standböller eröffnet. Hierzu wurde auch eigens ein Buch mit Text- und Bildmaterial verfasst. Dieses ist bei uns im Verein erhältlich.

2016 Die Teilnahme eines 15-jährigen Jungen in der Disziplin Luftpistole bei den deutschen Meisterschaften in München. Qualifiziert hatte er sich mit hervorragenden 352 Ringen(40Schuß) in Suhl, womit er Landesmeister Thüringen wurde.

 

 

 

 

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